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Reininghaus: Eine ÖV-Achse als Lebensraum

Sie soll nicht nur den Öffentlichen Verkehr – zuerst Busse, später die Straßenbahn – aufnehmen, sondern für die Bevölkerung ein Raum zum Leben und Wohlfühlen werden: Die Rede ist von der zentralen ÖV-Achse, die den neuen Stadtteil Reininghaus von der Reininghausstraße bis zur Wetzelsdorfer Straße durchziehen wird. Den Gestaltungswettbewerb für dieses wichtige Projekt gewann das Grazer Landschaftsarchitekturbüro Freiland gemeinsam mit Hohensinn Architektur – mit einem Entwurf, der sich „Das laufende Band“ nennt.

Rund 800 Meter ist sie lang, jene zentrale Achse für den Öffentlichen Verkehr, die das größte Stadtentwicklungsgebiet in Graz, das Reininghaus-Areal, von Norden nach Süden durchziehen wird. Daran schließen sich zwei Platzbereiche an, die gemeinsam mit der Achse einen der wichtigsten Bereiche des gesamten Geländes komplettieren werden. Schließlich soll hier auch ein wesentlicher Teil des öffentlichen Lebens stattfinden und somit eine Art Identitätsstiftung für die künftigen Reininghaus-BewohnerInnen gelingen. Viele Frei- und Grünräume sind daher in diesem Areal ebenso selbstverständlich vorgesehen wie flexible Nutzungen, um auf bisher noch nicht absehbare Entwicklungen jeweils mit den richtigen Maßnahmen reagieren zu können.

 

Heimsieg unter 15 eingereichten Projekten

Um diese wichtige Achse für höchste Aufenthaltsqualität gestalten zu können, entschloss sich die Stadt Graz zu einem EU-weit offenen, anonymen und einstufigen Gestaltungswettbewerb. Insgesamt 15 Projekte wurden eingereicht – und es gab einen Heimsieg: Das Landschaftsarchitekturbüro Freiland und Hohensinn Architektur punkteten beim Preisgericht mit einem Entwurf, der unter der Bezeichnung „Das laufende Band“ ins Rennen geschickt worden war.

 

Prinzip „Straße“ neu gedacht

In der Entscheidung des Preisgerichts wird „Das laufende Band“ als Kreation einer neuen Straßentypologie mit intelligenter und flexibler Herangehensweise beschrieben: Es sei nicht die Umsetzung einer gewöhnlichen Straße, sondern viel mehr, ein öffentlicher Raum für die Stadt Graz: „Das laufende Band ist ein Streifen, der sich als bauliches Element von Norden nach Süden über das Gebiet erstreckt. Es wechselt, abhängig vom Kontext, von einer Seite zur anderen und schafft eine neue starke Identität für das gesamte Stadtteilgebiet. Trotz seiner Einfachheit ist es eine flexible Struktur, die mit den verschiedensten Funktionen bespielt werden kann, angefangen mit Spielplätzen, Grünflächen, Bäumen, Wasserelementen, Sporteinrichtungen, „Urban Gardening“ bis hin zu den sogenannten praktischen Dingen des Lebens wie Bushaltestellen und Fahrradabstellplätzen. Mit dieser Struktur erschafft es einen Mehrwert im öffentlichen Raum und bildet zugleich einen Rahmen für den menschlichen Maßstab. Den Schlüssel zu seinem Erfolg bildet die vielfältige Programmierung“, heißt es wörtlich im Juryprotokoll.

 

Verwirklichung bis Herbst 2019 geplant

Der Zeitplan zur Verwirklichung der ÖV-Achse sieht – entsprechende Finanzierungsbeschlüsse vorausgesetzt – einen Baubeginn für die Straßenbahn und die allgemeine Verkehrsfläche im Winter 2017/2018 vor. Im Herbst 2019 sollte die ÖV-Achse fertig sein und die Straßenbahn in Betrieb genommen werden. Parallel zu diesen Planungen und Arbeiten wird das Reininghaus-Areal weiter entwickelt. Am Ende soll ein moderner und nachhaltiger Stadtteil nach den strengen Kriterien einer zukunftsbeständigen Smart City stehen, der rund 10.000 Menschen hochwertigen Lebens-Raum bietet.