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Bewegte Geschichte

Bereits im 14. Jahrhundert erweiterte Graz sein Stadtgebiet über die Mur nach Westen bis zur heute noch immer existierenden Alten Poststraße, um von dem an Graz vorbeifließenden Alpen-Adria-Verkehr Maut einheben zu können. Dem Mauthaus folgte eine Gastwirtschaft, deren Besitzer 1669 vom Fürsten zu Eggenberg die Erlaubnis für die Errichtung einer Brauerei erhielt. Diese wurde in der Folgezeit von Johann Peter und Therese Reininghaus samt Mauthaus und 45 Hektar Land erworben.

Im Jahr 1855 wurde von den Brüdern Reininghaus auf dem vorerst 45ha großen Gelände die erste mit Dampf betriebene Brauerei der Steiermark gegründet. In den folgenden Jahrzehnten bis zur Jahrhundertwende erweiterte sich der Landbesitz der Brüder Reininghaus und reichte bis zum heutigen Weblinger Gürtel.

Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, wurden die Produktionsstätten erweitert und laufend modernisiert. Die Brauerei wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und die Bierproduktion wuchs stetig. Zu Kriegsbeginn emigrierte die Familie Reininghaus, die Nationalsozialisten übernahmen die Kontrolle, die Brauerei wurde mit der Brauerei in Puntigam zwangsfusioniert.

In den letzten Kriegsjahren wurde in den weitläufigen Kellern Kriegsmaterial produziert. Mehrmals wurde die Brauerei Ziel von Bombenangriffen und schwer beschädigt. Obwohl es Interessenten gab, die das Areal industriell weiternutzen wollten, wie den Coca-Cola Konzern in den 1950ern, oder einen Reininghaus Nachkommen in den 1960ern, blieb das Areal bis heute ungenutzt. Die Familie hielt die Gründe trotzdem zusammen, nur einzelne Grundstücke am Rand der Gründe wurden verkauft.

In den Jahren von 1975 bis 2005 gab es viele verschiedene Verwertungsvorhaben, von denen jedoch keine realisiert wurden. Im Jahr 2005 wurde das 52 ha große Areal Graz-Reininghaus von der Asset One Immobilienentwicklungs AG erworben, um dieses in enger Abstimmung mit der Stadt und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern, der Wirtschaft, den Behörden und Institutionen zu entwickeln.

Der damalige Asset One Chef Ernst Scholdan tritt in Sachen Entwicklung des 52 Hektar großen Areals auf der Stelle. In Folge dessen muss er sich zurückziehen, im Jahr 2011 erfolgt dann der Verkauf an Asset One neu. In Graz platzt währenddessen die schwarz-grüne Koalition – nicht zuletzt auch wegen der anstehenden BürgerInnenbefragung zum Ankauf der Reininghaus Gründe.

Die Grazerinnen und Grazer sagen nein zum Ankauf durch die Stadt, das Areal soll von Privaten entwickeln werden. Seit diesem Zeitpunkt erfolgt der Verkauf des Areals an private Bauträger und Genossenschaften.